Author Archives: Sabine Hamann

Deutsche Sprintmeisterschaft – Erster Tag

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Punkt 11 Uhr startete am heutigen Samstag im Mannheimer Mühlauhafen nach über 40 Jahren Abstinenz wieder einmal ein großes Meisterschaftrennen im Rennrudern. 1921 hatten die nationalen Titelkämpfe erstmals im heimischen Mannheim stattgefunden – warum 1966 die Tradition der Quadratestadt als Austragungsort zunächst endete, lässt sich nicht mehr so genau nachvollziehen. 2011 ist auf jeden Fall als Neubeginn von Altbewährtem anzusehen: Am heutigen ersten Wettkampftag standen vor allem Vorläufe in den unterschiedlichen Bootsklassen auf dem Programm. Auch der MRV Amicitia schickte die ersten Boote an den Start: Bei den A-Junioren kämpften Tim Henninger, Maximilian Schulz, Tobias Schneider und Lukas Scherer um eine gute Platzierung im Doppelvierer. Nach dem verhaltenen Start im Vorlauf mussten sich die vier Jungs im Hoffnungslauf dem stark besetzten Teilnehmerfeld geschlagen geben. Dennoch zeigte sich Trainer Tobias Schuhmacher nicht unzufrieden. Ähnlich erging es Simon Weber und Max Zimmermann, die für den Mannheimer Regattaverein im Doppelzweier antraten. Im Hoffnungslauf zogen die beiden einen Krebs, so dass auch für sie das Aus bereits am ersten Wettkampftag kam. Ohne dieses Missgeschick, so resümiert Schuhmacher, wäre sicherlich eine Finalteilnahme möglich gewesen – doch muss auf der nur 350 Meter kurzen Strecke von Anfang an alles passen, auch kleine Fehler verzeiht der Rennverlauf nicht. Nun ruhen die Hoffnungen der Amicitia am morgigen Finaltag auf den B-Junioren: Hier werden  zwei Boote zu sehen sein, denen vorstand Jonescheit durchaus Erfolgschancen einrechnet. Der Vierer mit Steuermann geht in der Besetzung Mattis Hamann, Andre Kinle, Maximilian Matthey, Marcel Molitor und Steuerfrau Leonie Dörrenbecher um kurz vor 11 Uhr an den Start. Gegen 14 Uhr starten dieselben 4 Jugendlichen ergänzt durch Leonard Herz, Simon Klüter, Jan Preston, Til Zeilfelder und diesmal mit Steuermann Stefan Weißling in ihrem Achter „blue vision“. Auf jeden Fall heißt es Daumen drücken!
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Sieger- und Jubilarfeier 2011- Einladung

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Einladung zu unserer Sieger- und Jubilarehrung am Samstag, 12. November 2011 Beginn 19.00 Uhr Auch in diesem Jahr wollen wir unsere Sieger und Jubilare im Rahmen eines gemeinsamen Essens in unserem Restaurant „Bootshaus“ ehren. Alle Mitglieder erhalten eine persönliche Einladung per Post. Anmeldungen und Tischreservierungen (per Überweisung von € 30,00 pro Person – so wie auf der Einladung angegeben) sind dringend erforderlich bis zum 06.11.2011 Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an: oder Traditionsgemäß lädt die Amicitia ihre Jubilare und besonders ihre jugendlichen Siegerinnen und Sieger zu diesem Essen ein. Es wäre schön, wenn sich für das Abendessen unserer jungen Ruderer und Ruderinnen großzügige „Paten“ fänden. Mit freundlichen Grüßen Norbert Ufer Vorsitzender


Vorbereitungen für die Deutsche Sprintmeisterschaft

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Die Vorbereitungen im Mühlauhafen laufen auf Hochtouren. Stege werden verlegt, Start- und Zieleinrichtungen montiert, Zielkameras ausgerichtet, Zeiterfassungssysteme installiert, Regattaunterlagen sortiert,… Die Liste ließe sich beliebig fortführen. Vorübergehend verlegen die Amicitia- und boote ihre Trainingseinheiten in den Mannheimer Hafen, um dort bei der Einrichtung der Start- und Zieltechnik zu unterstützen. Dutzende von Zieldurchfahrten sind für die Justierung vonnöten. Warum dieses geschäftige Treiben? Das kommende Wochenende verspricht ein außergewöhnliches Wassersportevent im Mannheimer Mühlauhafen: die 15. Deutsche Sprintmeisterschaft im Rudern! Am Samstag, dem 8. Oktober, beginnen um 9 Uhr die Vorentscheidungen, die sich nahtlos bis 18 Uhr aneinander reihen werden. Am Sonntag, 9. Oktober, werden ab 9 Uhr die Deutschen Sprintmeister der verschiedenen Bootsklassen in den Endläufen ermittelt. Spannende Höhepunkte werden dabei sicherlich die letzten beiden Rennen ab 15.00 Uhr sein: Im Männer-Achter misst sich der Deutsche Bundesligachampion Krefeld mit den Zweit- und Drittplatzierten Münster und Mülheim, bei den Frauen gehen in derselben Bootsklassen ebenfalls die Topp-Platzierten aus der Bundesliga an den Start. Aber auch in den anderen Bootsklassen erwartet die sportliche Leiterin der Regatta, Karin Stephan, spannende Boot-an-Boot-Duelle. Nicht zuletzt weil ein Ergo-Weltmeister sowie eine Junioren-Weltmeisterin live zu erleben sein werden! Für die Zuschauer ist von der Haupttribüne aus der gesamte Streckenverlauf gut einzusehen. Zu beobachten werden dabei 64 Vereine in insgesamt 184 Booten sein, die die nur 350 Meter kurze Regattastrecke zurücklegen. Sie kommen aus ganz Deutschland, von Hamburg bis Waldsee, von Duisburg bis Halle. Aber auch der MRV Amicitia schickt einige Boote an den Start: Bei den A-Junioren werden Tim Henninger, Maximilian Schulz, Tobias Schneider und Lukas Scherer um eine vordere Platzierung im Doppelvierer kämpfen. Simon Weber (Amicitia) und Max Zimmermann treten für den Mannheimer Regattaverein im Doppelzweier an. In der Altersklasse der B-Junioren sind ebenfalls gleich zwei erfolgversprechende Boote aus Mannheim am Start: Der Vierer mit Steuermann geht in der Besetzung Mattis Hamann, Andre Kinle, Maximilian Matthey, Marcel Molitor und Steuerfrau Leonie Dörrenbecher an den Start: Auch in ihrem Achter „blue vision“  lassen die Mannheimer B-Junioren ebenfalls Einiges erhoffen: Mattis Hamann, Andre Kinle, Maximilian Matthey, Marcel Molitor, Leonard Herz, Simon Klüter, Jan Preston, Til Zeilfelder und Steuermann Stefan Weißling heißen die 16jährigen, die um eine vordere Platzierung mitfahren wollen. Alle Amicitaner freuen sich auf viele anwesende Fans und anfeuernde Rufe aus dem Publikum!! Auch der Vorsitzende des Mannheimer Jan Erik Jonescheit zeigt sich erfreut, dass auf der traditionsreichen Regattastrecke im Mühlauhafen wieder eine Meisterschaftsregatta stattfinden kann und hofft auf regen Zuschauerzuspruch: „Es ist eine lohnende Gelegenheit, an diesem sicherlich spannungsgeladenen Rennwochenende alle Facetten des Rudersports einmal hautnah zu erleben!“

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Regatta in Marbach

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Wie in jedem Jahr stand kurz nach Ende der Sommerferien für die Amicitia die Teilnahme an der Regatta in der Schillerstadt Marbach auf dem Programm. Unter besten Wetterbedingungen waren an diesem sonnigen Spätsommerwochenende etliche Amicitia-Boote unter den Augen der Trainer Christoph Börlin, Marcus Hermann, Christian Knab und Tobias Schuhmacher am Start. Mehr als 400 Ruderinnen und Ruderer tummelten sich auf dem Neckar und lieferten sich teils spannende Rennen über 500 Meter. Die Sprintstrecke war wie dafür gemacht, letzte Tests unter Wettkampfbedingungen für die in zwei Wochen anstehende Deutsche Sprintmeisterschaft im heimischen Mannheim durchzuführen und letztmalig Bootsbesetzungen zu testen. Dabei gab es auch einige Amicitia-Siege an beiden Wochenendtagen zu feiern: Philipp Klüter war sowohl am Samstag wie auch am Sonntag zweimal mehr erfolgreich im Junior-A-Einer, ebenso wie Moritz Gehring in derselben Bootsklasse bei den 13jährigen Jungs. Gemeinsam mit Nils Kocher konnte Moritz seine Siegesanzahl im Jungen-Doppelzweier noch erhöhen. Til Zeilfelder und Maximilian Matthey fuhren im Doppelvierer gemeinsam mit den Teamkollegen aus dem Regattaverein und Steuermann Stefan Weißling zum Sieg bei den B-Junioren. Auch die A-Junioren konnten im Doppelvierer einen klaren Sieg für die Amicitia errudern. An diesem waren in einer Renngemeinschaft Tobias Schneider, Maximilian Schulz und Simon Weber beteiligt. Insgesamt sechsmal legte also ein Amicitia-Boot am Siegersteg der Kurzstreckenregatta in Marbach an. All unseren Siegern an dieser Stelle herzlichen Glückwunsch. Mattis Hamann, Eva Werner, Konstantin Hofmann, Leon Becker und Simon Klüter hießen die Blau-Weißen, die die Bilanz der Amicitia durch zweite Plätze vervollständigten. Ergänzt wurde das Team durch Lea Jakob, Nils Kocher, Jan Preston und Lisa-Christin Höflich, die teilweise gute Rennen zeigten, wo es für eine vordere Platzierung jedoch nicht ganz reichte. Detaillierte Rennergebnisse finden sich auf der Seite des Marbacher Rudervereins.


Wanderfahrt Schwerin

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Stephan Herwig

13.8.- 21.8.2011 „Schwerin soll total toll sein zum Rudern. Wollen wir beide nicht die Sommerwanderfahrt nächstes Jahr dorthin organisieren?“ schlug mir Michael letztes Jahr irgendwann im Herbst vor. Gute Idee, fand ich. Als ich vor einigen Jahren mal auf der Durchreise in Schwerin war, da hatte ich mir fest vorgenommen, eines Tages mit einem Boot hierher zurückzukommen: Der große See mit diesem unglaublichen Märchen-Schloss, die vielen verbundenen Kanäle und angeschlossenen kleineren Seen, einfach toll. Wir machten uns ans Organisieren. Zehn Monate später, Samstag der 13.8.2011, morgens früh um 7:30 Uhr vor der Amicitia. Verschlafene Gesichter. Ein bunter Haufen aus Wassersäcken, Reisetaschen und Bootszubehör stapelt sich vorm Bootshaus. Unser blauer Bus steht mit weit aufgerissenen Türen in Reichweite. Geschäftiges Hin-und-Her-Gelaufe. „Hast Du das Kabel von dem Anhänger schon irgendwo gefunden?“. Die „Nimms Leicht“ wird auf dem Anhänger verzurrt. Immerhin, acht Leute konnten wir für die Tour am Ende begeistern. Oder besser „sieben plus eins“, denn Michi ist zwar dabei, kann aber diesmal aufgrund einer Skate-Verletzung nicht rudern, sondern will am Ufer nebenher mit Skates fahren. Von Mannheim nach Schwerin sind es über 700 km. Zehn Stunden später sind wir in Schwerin. Die Schweriner Rudergesellschaft hat ein total tolles und sehr neues Ruderhaus (ein Niedrig-Energie-Haus sogar), mit direktem Blick aufs Schloss. Es gibt Gästezimmer mit Betten. Unser Quartier für die nächsten Tage, wirklich ideal! Sonntag „Im Schloss Wiligrad gibt es einen Hofladen mit super-leckeren Kuchen und Suppen, da müsst Ihr unbedingt hin!“. Mit dieser Empfehlung von der Schweriner Rudergesellschaft starteten wir in den ersten Rudertag. Auf nach Wiligrad. 15 km Rudern in eine Richtung, unterbrochen von einigen Pausen, u.a. zum Baden. Würde das Wetter halten? Durchwachsene Vorhersagen. Auf dem Hinweg gab es schon einiges an Wellen und dunklen Wolken, aber es war eine durchaus schöne Ruderetappe. Während wir im besagten Hofladen in einem Wintergarten den wirklich leckeren Kuchen genossen (Stachelbeer-Baiser und Blaubeer-Schoko) fing es an zu regnen. Erst leicht, dann immer stärker. Und schließlich, einige Kaffeetassen später, mussten wir einsehen, dass wir jetzt wohl trotz des schlechten Wetters zurück rudern müssten. Es wurde ein nasser und bisweilen wilder Ritt über den inzwischen ziemlich welligen Schweriner See. Aber es gab auch diese magischen Momente auf dieser Etappe, die eine Wanderfahrt ausmachen: Wir kamen durch enge, von Bäumen gesäumte Kanäle, über kleinere Seen, vorbei an kleinen ins Wasser gebauten Ferienhäusern und an grünen Hügeln. Nur das letzte Stück, gegen Wind und Wellen über den aufgewühlten Schweriner See (Schaumkronen überall), wurde ein kleiner Belastungstest für Mannschaft und Boot. Gut, dass die „Nimms Leicht“ gutmütig durch die Wellen geht. Schwerin am Abend ist eine überraschend ausgestorbene Stadt. Umso besser, dass uns an diesem Abend, nach einem netten Abendessen beim Italiener, zwei Mädels von der Schweriner Rudergesellschaft noch die einzig interessante Kneipe am Ort zeigten. Ach ja, und den echten Joe Cocker haben wir auch noch gesehen, auf einem Konzert im Schlosspark, wir schauten, zumindest kurz, über den Zaun. Montag Eine entspannte Runde über den Schweriner See hatten wir uns für den Tag vorgenommen. Da wir für sieben Leute nur die „Nimms Leicht“ dabei hatten, mieteten wir uns von den Schwerinern noch einen Klinker-Doppel-Zweier. Es wurde eine nette kleine Tour, wir legten auf der Insel „Kaninchenwerder“ an, stiegen dort auf einen Turm, machten ein kleines Picknick. Ein schöner Urlaubstag, mit Baden und Sonne. Nur das geplante Grillen fiel abends buchstäblich ins Wasser, weil plötzlich dunkle Regenwolken aufgezogen waren. So aßen wir unseren leckeren Couscous-Salat unter dem Dach der Terrasse, neugierig beäugt von einer Krähe, die auf den Dachbalken herum hüpfte. Dienstag Diese Krähe! Hat sie doch tatsächlich heute Morgen unsere Wurst und unser in Silberfolie verpacktes Gemüse aufgefressen, das wir auf der überdachten Terrasse gelagert hatten! In der Salami klafften trichterförmige Schnabel-Spuren. Als das Viech uns gestern Abend beobachtet hatte, da hatte sich noch niemand etwas dabei gedacht. Und jetzt dies. Dienstag war unser Ruhetag. Wir fuhren an den Strand, und zwar auf die Ostseeinsel Poel: Baden in der Ostsee, dank Nicole Frisbee und Beach-Ball am Strand. Und dann Kuchen und Fisch in Wismar („Cafe Glücklich“ und „Ziegenkrug“). Mittwoch Wir verließen Schwerin und wollten in den kommenden Tagen nach Plau rudern. Doch was als nette Ruder-Etappe begann (schönes Wetter, glattes Wasser, baden), sollte bald eine gruselige Wendung nehmen. Kaum waren wir aus dem Schweriner See in den Stör-Kanal hinein gerudert, da trieb etwas Eigenartiges im Wasser neben uns. Es sah erst aus wie ein Müllsack. Doch als wir mit wenigen Metern Abstand daran vorbei fuhren, da konnten wir sehen, dass es kein Müllbeutel war, sondern eine aufgeblasene Regenjacke, die da aus dem Wasser ragte, und dass es auch einen Schuh gab und, zum Glück ein Stück unter Wasser, auch einen Kopf mit blonden oder grauen Haaren. War das eine Schaufenster-Puppe? Oder womöglich… ein Mensch?? Nach einigen Schreck-Sekunden und nachdem wir auch nochmal vorsichtig ein Stück rückwärts darauf zu gefahren waren, rief Matthias die Polizei an. Es dauerte eine Weile, bis schließlich ein Polizei-Boot auftauchte. Wir hatten uns bis dahin mit einem kleinen Sicherheitsabstand in der Nähe gehalten, während dieses „Ding“ langsam hinter uns her trieb, und hatten dann schließlich ein Stück Strom abwärts angelegt. Es war tatsächlich eine Leiche. Nun standen wir am Ufer, als die beiden Wasser-Schutz-Polizisten den Körper ans Ufer wuchteten (einer der beiden war dazu sogar ins Wasser gegangen). Die Polizistin fragte Matthias, ob er ihr die Festmacherleine des Polizeibootes abnehmen könnte. „Die Leine schon, die Leiche nicht!“ entgegnete der trocken. Es gab an diesem Tag noch Schleusen, Pausen, ein paar Regenschauer. Als wir schließlich an unserem ruhigen, im Wald gelegenen Wasserrastplatz ankamen, waren wir alle froh, dass unser Landdienst schon die Zelte aufgebaut hatte. Wir grillten an diesem Abend, und ließen danach den Abend am Lagerfeuer ausklingen. Donnerstag Brötchen holen, Kaffee kochen, Frühstücken direkt am Wasser, die Zelte abbauen und dann los aufs glatte Wasser. Das Schöne an Wanderfahrten wie dieser ist das es so schön einfach und rudimentär zugeht. Der Stör -Kanal und die Elde-Müritz Wasserstraße führten uns durch Wälder, Wiesen und Felder. Mal regnete es, dann kam die Sonne wieder durch. „Es wird ja schon heller“ war die Devise des Tages, wobei das Wetter den ganzen Tag über immer besser wurde und wir abends, nach einer recht langen (und strammen) Etappe von der letzten Schleuse den Zeltplatz in Burow sogar bei Sonnenschein erreichten. Wir fuhren abends noch mit dem Bus nach Parchim zum Essen (Indisch). In dem kleinen Städtchen war am Nachmittag Angela Merkel auf Wahlkampftour gewesen. Warum Parchim jedoch als Weltkulturerbe geführt wird, erschloss sich uns nicht so recht. Ganz nett zwar, aber wirklich mit „Machu Picchu“ oder den Pyramiden zu vergleichen? Freitag Nachts hatte es ein starkes Gewitter gegeben. Kräftiger Regen prasselte auf die Zelte, Windböen zerrten an den Heringen und durch die Zeltwände flackerten Blitze. Als wir morgens auf unserer überdachten Bank frühstückten, während der Regen von heftigen Wind-Böen gepeitscht über das Schilf fegte, da stellte sich zumindest kurzzeitig die Frage, ob wir wirklich unter allen Umständen diese Fahrt fortsetzen sollten? Wir entschlossen uns, die anstehende 35km-Etappe mit zwei größeren Pausen aufzulockern und ggf. sogar zwei Mal den Landdienst zu tauschen. Aber dann hörte der Regen entgegen aller Vorhersagen auf und ein kräftiger Schiebewind erleichterte uns die Fahrt von Schleuse zu Schleuse. Schließlich erreichten wir Plau, ein kleines, sympathisches Städtchen, und auch unser Ziel. Auf dem Campingplatz in Plau hatte Michael Finn-Hütten für uns gebucht, das war, vor allem im Vergleich mit dem Zelten, wirklich komfortabel. Samstag Michi verließ uns heute, sie musste zum Zug, denn sie wollte am Sonntag an einem Skate-Halbmarathon in Berlin teilnehmen. Und so entschlossen sich unsere beiden Damen, sie gemeinsam zum Zug zu bringen, während wir eine „Herrentour“ auf dem Plauer See machten. Perfektes Ruderwetter. Das Boot lief wirklich super und wir zischten über den See. Zwischendurch legten wir hin und wieder mal an, badeten, stärkten uns hier mit einen „Schwedenbecher“ (Vanille-Eis, Apfelmus, Eierlikör) und dort mit einem Fischbrötchen. Und erregten ein wenig Aufsehen in Plau, als wir „formvollendet“ entlang der Uferpromenade durch die Stadt ruderten – einen Ruderverein gibt hier seltsamer Weise (noch) nicht, aber vielleicht wird nach unserem Beispiel ja bald einer gegründet. Die Wanderfahrt endete in einem Fischlokal mit leckerem Räucherfisch, und, zu guter Letzt, mit einem Bier am Strand des Campingplatzes. Am Sonntag stand dann nur noch die zehnstündige Rückfahrt auf dem Programm. Teilnehmer: Michael Schmiedebach, Matthias Rentrop, Nicolas Duret, Frank Poplow, Veronica Francas, Nicole Tieben, Michi Geppert, Stephan Herwig

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